Bilderbuch Ruppichteroth

Mein Chef Fritz Willach

Als  Lehrling (heute: Auszubildender) lernte ich Fritz Willach als Ausbilder der Kaufmännischen Lehrlinge kennen.
Er schulte die Kaufmännischen Lehrlinge in Betriebs- und Warenkunde,  das war damals  noch ein Prüfungsfach. Zum Ende des Lehrgangs kam dann sein Onkel Otto Willach und machte die Erfolgskontrolle.
FW war zu dieser Zeit auch verantwortlich für die Messen, die Werbung, Katalogerstellung und Prospekte.
Dieser Bereich wurde später in die Verantwortung der Verkaufsleitung gelegt und als Assistent durfte ich vieles  lernen und auch erledigen. Prospekte und Kataloge wurden dann von FW vor Drucklegung geprüft und  genehmigt.
Viele dieser Drucksachen befinden sich heute im Historischen Archiv der Gemeinde  Ruppichteroth.-
FW führte in dieser Zeit bei Huwil eine zentrale Fertigungssteuerung und die EDV (Elektronische Datenverarbeitung) von IBM ein.
Im 2-Jahres Rhythmus bereiste FW  alle Auslandsvertretungen in Europa, Asien , Amerika, u.a. Japan, Irak, Iran und Australien und brachte viele neue Produktideen mit. Fritz Willach kam von keiner dieser Reisen ohne Aufträge zurück, nicht zuletzt, weil er die Neuheiten der HUWIL-Produkte übersichtlich auf rotem Velour in 2 Hartschalenkoffern drapiert, präsentieren konnte.
Die in Amerika vorhandenen Selbstbedienungsläden inspirierten FW, eine Produktion solcher Regale und Gondeln für den deutschen und europäischen Markt zu beginnen und die  Produktionssparte Ladenbau aufzunehmen.
Dei Geschäftspartner aus den besuchten Ländern kamen auch nach Ruppichteroth, um sich vor Ort die Produkte anzuschauen und auszuwählen.
Nebenbei genossen es die Geschäftsfreunde, in der Familie Willach bewirtet zu werden.
Der erste SB-Laden in  Deutschland wurde mit Prototypen ausgestattet, es war der Konsum in der Wilhelmstraße in Ruppichteroth.
Huwil exportierte in 70 Länder der Erde,  zweimal jährlich wurden von FW Vertreterkonferenzen geleitet, an denen  angestellte Werkreisende und Handelsvertreter teilnahmen.
Neben dem Ladenbau für SB-Läden führte FW die Sparte Apothekenbau  ein.
Als der Platz im Werk 2 für diese beiden Produktionslinien zu klein wurde, beabsichtigte die Geschäftsleitung auf Initiative von FW ein Zweigwerk in Winterscheid zu errichten, denn in Ruppichteroth fehlten auch Arbeitskräfte.
Als die Genehmigung des Rhein-Sieg-Kreises zu lange auf sich warten ließ, zog FW den Bauantrag zurück und realisierte diesen Plan in Waldbröl.
FW war ein impulsiver, ideenreicher, freundlicher und fröhlicher Chef, an den in mich oft  und gern erinnere.  

Hartmut Höffgen

im September 2024