Hier möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, einen Kommentar zu Fritz Willach und /oder zu HUWIL zu schreiben. Dies können Kurzkommentare (ein oder wenige Sätze) oder auch längere Kommentare oder Berichte über frühere Erlebnisse sein. Lassen Sie uns Ihre Gedanken zukommen:email: eilmes@contours.de oder per Brief an:
Wolfgang Eilmes - Am Wasserberg 12 - 53809 Ruppichteroth - Tel. 02295-6315
Hallo Wolfgang,
vielen Dank für die Vorabmeldung zur Veröffentlichung über meinen Vater.
Ich bin sehr angetan von der anstehenden Veröffentlichung und freue mich, dass das Leben meines Vaters so eine Würdigung bekommt.
Vielen Dank für diese großartige Arbeit und dein Engagement für unsere Heimat.
Ganz herzliche Grüße vom Rhein
Dein Otto
In der Schlossmacherei
Nach dem 2. Weltkrieg suchte Huwil Arbeitskräfte. Meine Freundin Anneliese Müller (Schwester von Ühm Franz) hat mich dann zu Huwil vermittelt. Nachdem ich viele Jahre auf dem Bauernhof der Familie Brummenbaum (Bacherhof) gearbeitet hatte, war eine Arbeitsstelle bei Huwil eine willkommene Veränderung (geregelte Arbeitszeiten, festes Gehalt). Ich habe in der Schlossmacherei begonnen.
Als Fritz Willach von seiner langen USA-Reise (1951) zurückkam, brachte er viele neue Ideen mit, die natürlich auch für die Vorarbeiter eine Herausforderung waren. Mein Vorarbeiter, Herr Schamberger (aus Schlesien), war für mich ein richtiges Vorbild. Ich habe zu ihm aufgeschaut wie zum Herrgott.
In der Schlossmacherei waren nur Mädchen und Frauen beschäftigt. Die Arbeit war anstrengend und herausfordernd. Sie hat uns dennoch Spaß gemacht und wir haben oft bei der Arbeit gesungen, meist zweistimmig. Wir haben vor allem Kirchenlieder gesungen, die wir ja durch unsere regelmässigen Gottesdienstbesuche gut kannten, denn wir waren ja meist fromme Mädchen.
Aufgezeichnet von Ulrich Stommel
In der Kantine
Später wurde eine Kantine gebaut. Herr Dohle hatte mich als eine der ersten Mitarbeiterinnen hierfür ausgesucht. Anfangs wurde noch kein Essen angeboten, sondern die Arbeiter brachten morgens ihre Henkelmänner bei uns vorbei. Wir hatten eine große Wanne, die wir mit Wasser füllten, erhitzten und dann gegen Mittag die Henkelmänner dort hineinstellten. Mittags kamen dann die Arbeiter vorbei und holten ihre erwärmten Henkelmänner mit dem Mittagessen ab und aßen dies in der Kantine. Wir verkauften dann zusätzlich noch Getränke und mit der Zeit habe ich dort einen kleinen Laden aufgebaut, dessen Angebot sich immer mehr vergrößerte.
Auch kamen immer mehr Mitarbeiter vorbei, um für die nächste Woche Lebensmittel und Getränke (auch Schnaps und Flachmänner) zu bestellen. Ich gab diese Bestellungen dann beim Besuch des Vertreters auf, die dieser dann in der nächsten Woche mitbrachte. Wurstwaren brachte der Metzger Seuthe vorbei. Die Geschäfte in Ruppichteroth waren nicht begeistert, als sie von dieser neuen Einkaufsstelle – meinem kleinen Laden – erfuhren.
Das Geschäft in dem kleinen Laden lief besonders gut zur Weihnachtszeit, da viele Arbeiter hier für Weihnachten einkauften. Auch bestellten viele Arbeiter Lebensmittel, die sie dann zu ihren Verwandten in die damalige DDR schickten.
Anfang der 80er Jahre hatte die Firma Huwil beschlossen, die Kantine zu verpachten.
Da ich aber kein Auto hatte, hatte ich keine Möglichkeit dieses Angebot anzunehmen. Ich wechselte dann in die Galvanik im Werk 2. Dies war jedoch eine sehr harte Arbeit und ich habe aufgehört, als ich 60 Jahre alt wurde.
Als die Haushilfe im Haus von Fritz Willach ausfiel, hat mich mein Chef, Herr Dohle, hier für die Aushilfe empfohlen. Ich habe dann eine Zeitlang anstelle von Frau Irene Müller (Ehefrau von Alois Müller) als Haushaltshilfe bei Fritz Willach gearbeitet (später auch bei der Chefin von Gewiru, Frau Lotte Willach).
Aufgezeichnet von Ulrich Stommel