Die folgenden Informationen über die Herkunft der Familie bzw. ihren Stammbaum stammen aus einem 27-seitigen Entwurf für eine Broschüre mit dem Titel „HUWIL - Werden und Wachsen eines Industrieunternehmens", die im Historischen Archiv der Gemeinde Ruppichteroth verwahrt wird. Sie wurde um ca. 1960 mutmaßlich von einem guten Kenner und Freund der Familie geschrieben. Der Name des Autors/der Autorin ist derzeit unbekannt. Den kompletten Text von „Werden und Wachsen" können Sie in der rechten Spalte aufrufen.
Alte und, neue Heimat
Von Villach (Kärnten/Österreich) nach Dierdorf (Westerwald)
Wie so manche Bauernsippe im rheinischen Bröltal, so hatte im Österreichischen Jahrhunderte hindurch die Bauernsippe der Willachs nahe der namensgebenden Stadt Villach in Kärnten ihren täglichen Dienst an der Erde getan.
Um die Mitte des 17. Jahrhunderts verließ ein Zweig dieser Sippe seine bisherige Heimat und wanderte aus. Auf den Höhen des rheinischen Westerwaldes fand er dann in dem Ort Dierdorf nahe Neuwied seine neue Heimat.
Von Dierdorf (Westerwald) nach Ruppichteroth (Bröltal)
Einer der sich so in Dierdorf angesiedelten Willachs nahm als Oberförster Dienste beim Förster zu Wied, die übrigen aber blieben wie ihre Väter und Vorväter Bauern. Bauer war auch jener Johann-Friedrich Willach, den die in Kärnten geknüpften Schicksalsfäden um die Mitte des 18. Jahrhunderts in das Bröltal führten und hier zum Stammvater einer neuen Willach-Sippe werden liessen. Sie sollte mit den nachwachsenden Generationen im Bergland zwischen Sieg und Agger immer tiefer Wurzeln schlagen und schliesslich einen höchst bedeutsamen Einfluss auf die wirtschaftliche Gestaltung ihrer neuen Heimat nehmen.
Es war die Liebe zu einem Mädchen, die Johann-Friedrich Willach den Weg von Dierdorf aus dem Westerwald ins Bröltal nehmen ließ. Er machte diesen Weg nicht umsonst; denn durch einen noch im Familienbesitz befindlichen Ehestandsvertrag ist dokumentarisch belegt, dass er im Jahre 1754 nach Ruppichteroth einheiratete und so im Bröltal sesshaft wurde.
Es war eine Sesshaftigkeit von Dauer und Bestand. Jedenfalls entstand aus dieser im Jahre 1784 geschlossenen Ehe des Johann-Friedrich Willach mit der ehrsamen Jungfer Anna Regina Stommel in der Folge der Generationen ein sich immer mehr verbreitender Familienverband. Er hat inzwischen eine solche Ausdehnung gefunden, dass der Ort Ruppichteroth heute bei rund 9oo Einwohnern allein etwa 60 Willachs zählt. Damit ist weniger als jeder fünfzehnte Bürger dieses alten Kirchspielortes Träger des aus dem Lande Kärnten stammenden Familiennamens.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts Zeit wechselten dann die ersten Willachs vom Bauernstand hinüber in den Kaufmannsstand und kamen damit in kluger Einsicht dem anhebenden Wandel des gesamten wirtschaftlich-gesellschaftlichen Gefüges entgegen.
Zu den derart früh die Zeichen der aufsteigenden neuen Industriegesellschaft erkennenden Willachs gehörte auch der in unserer Chronik nicht unwichtige Bauernsohn und spätere Kaufmann Wilhelm Willach. Er errichtete nach den Befreiungskriegen im heimischen Ruppichteroth ein heute noch bestehendes, wenn auch unter anderem Namen weitergeführtes Kaufhaus (Anm: Kaufhaus Schumacher) und fügte ihm im Laufe der Zeit Niederlassungen in Felderhoferbrücke, Leuscheid, Altenkirchen und Neuwied hinzu.
Aber nicht nur sein Geschäft weitete sich allmählich gedeihlich aus - auch seine Familie nahm von Jahr an neuem Leben zu. Sie durfte schliesslich auf einen selbst für damalige Zeiten stattlichen Kindersegen von nicht weniger als insgesamt vierzehn Söhnen und Töchtern stolz sein. Zu diesen vierzehn Kindern gehörte als Siebentgeborener der am 22.- Juli 1863 das Licht der Weltt erblickende Sohn Hugo Willach. In ihm haben wir den Begründer des heute den Namen Huwil-Werke tragenden Industrieunternehmens vorzustellen, durch dessen Tore Morgen für Morgen rund 1.000 schaffende Menschen an ihren Arbeitsplatz strömen, eine Zahl, die grösser ist als die Gesamteinwohnerzahl Ruppichteroths. Diese Gründung machte in Verlauf von nur wenigen Jahrzehnten aus dem weltverlorenen Kirchspielort von einst einen namhaften Industrieort von Weltruf.
Quelle: s.o., ca. 1960