Bilderbuch Ruppichteroth

Erinnerungen an Else Henkel („Elschen")

Am 29.4.2026 verstarb eine der ältesten Einwohnerinnen von Ruppichteroth, Else Henkel, von fast jedem nur liebevoll „Elschen"genannt, im Alter von 100 Jahren.
Auf bilderbuch-ruppichteroth.de möchten wir an sie erinnern durch die Aufnahme der Texte von Anneliese Neuber und Christa Crone sowie einiger Fotos.

Der folgende Text von Anneliese Neuber erschien auf "Mir sin Döörper" :

Abschied von Else Henkel

Am Freitag dem 8. Mai mussten wir Abschied vom „Elschen“ nehmen.
Kurz vor der Feier auf dem katholischen Friedhof fuhr Guido Kaltenbach ihre Urne mit einem von zwei weißen Pferden gezogenen Bestattungswagen von ihrem Wohnhaus in der Wilhelmstraße durch unser Dorf zur Trauerhalle.
Es war eine wundervolle Geste, denn ihr guter Nachbar Guido nahm „Elschen“ öfter in seiner offenen Kutsche mit, wenn er seine Pferde bewegen musste und kutschierte sie durch die „Dickemich“ oder am Nutscheid vorbei, was ihr viel Freude gemacht hat.
Elschen hatte immer gesagt „bey minger Beerdigung fierschte mich och“ und diese letzte Reise hat ihr sicher gefallen.
In der Trauerhalle hielt Pastor Sabu eine würdige Verabschiedung und Christa Crone sprach für die „Donnerstagssenioren“ einige liebevolle und bewegende Worte.
Liebe Else, du hattest einen würdevollen Abschied, deine Döörper werden dich sehr vermissen.
Das Sechswochenamt ist am Sonntag dem 7. Juni um 9:30 Uhr in der katholischen Kirche

Frau Christa Crone hat den folgenden Text nach dem Tod von Else Henkel handschriftlich an die Familie geschrieben. Alle Mitglieder/innen der Gruppe Donnerstagssenioren haben den Brief unterzeichnet. Auf Bitten der Mitglieder der Gruppe hat Christa Crone den Brief bei den Trauerfeierlichkeiten am Beerdigungstag in der Trauerhalle verlesen.
Hier der Text:

Abschiedsbrief 
An Else Henkel und Familie!
Liebe Else,
heute sagen wir Dir auf Wiedersehen und herzlichen Dank für alles. 
Die Nachricht von deinem Tod hat uns alle sehr berührt. 
Du gehörst schon seit Jahrzehnten zu unserem Leben. 
Es gibt keine Veranstaltung in unserer Kirchengemeinde, wo Du nicht geholfen hast, wo Du nicht warst!
In unserer Kirche fühltest Du Dich zuhause, wertgeschätzt, angesehen!
35 Jahre  Donnerstagssenioren ! Von Anfang an warst du schon dabei.
Bis zuletzt war es Dir ein Bedürfnis, den älteren Menschen in unserer Gemeinde eine Freude zu machen.
Mit Begeisterung hast Du unsere Treffen mitorganisiert und vorbereitet..
Nichts war Dir zu viel!
Die Blumendekoration, picobello gewaschene und gebügelte Handtücher (35 Jahre lang), Spülen Arbeitsplatz sauber halten = das war genau „Deins“.
Zur Freude aller hast Du oft gekonnt Gedichte oder Geschichten vorgetragen oder gesungen.
Einmalig !!!!
Schöne Erinnerungen leuchten ein Leben lang.
Wir werden oft an Dich denken und von Dir erzählen!
Donnerstagssenioren – unvorstellbar, dass Du nicht mehr da bist!
Du wirst uns allen sehr fehlen!
Danke liebe Else, dass Du so treu und zuverlässig immer da warst.
Auf Wiedersehen Else! Gott segne Dich!

Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung von Christa Crone.

 

Dieses Foto entstand 2019 anlässlich der ersten Verlegung der Stolpersteine in Ruppichteroth, von re. nach links: Ehrenbürgermeister Ludwig Neuber, „Elschen", Susan Hirschkoff-Gartner (USA). . „Elschen" wohnte nämlich in einem Haus, das bis zum 1941 der jüdischen Familie Gärtner gehörte. Gustav und Mathilde Gärtner wurden 1942 im KZ Thersienstadt ermordet, die 5 Kinder (u.a. Herbert Gärtner) konnten sich durch Flucht in die USA retten.
Als „Elschen" von diesem Besuch erfuhr, lud sie die Gäste aus den USA und aus Schweden (Söhne und Enkel von Herbert Gärtner) in ihre Wohnung ein. Die ausländischen Gäste waren tief beeindruckt von dieser Geste der Gastfreundschaft. 

„Meine Arbeit bei HUWIL"

Im Februar 2025 erstellte Ulrich Stommel auf Vorschlag von bilderbuch-ruppichteroth.de ein Film-Interview mit „Elschen" die über fast eine Stunde über ihre Arbeit bei HUWIL berichtete. Text-Auszüge aus diesem Film können Sie unter dem Artikel „Fritz Willach/Kommentare" lesen.