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Der Ernteverein Ahe-Bröltal wurde von den Landwirten im Bröltal im Jahre 1929 gegründet. Aufgrund seiner verkehrsmäßig günstigen Lage an der Brölstraße wählte man den Ort Ahe als Veranstaltungsort für das jährliche Erntefest aus. Dieser Ort war für  die Tausende von Besucher leicht zu erreichen, hatte mit den beiden Wiesen neben dem Kammericher Weg an der Bröl 2 große ebene Grundstücke für das  Festgelände mit 2 Zelten und ermöglichte einen Festzug in 2 Richtungen (sonntags bis nach Velken und zurück, montags bis nach Hänscheid und zurück) ohne die Notwendigkeit der Überwindung großer Höhenunterschiede.

Neben dem Festzug mit dem Erntepaar und vielen teilnehmenden Gruppen als Höhepunkt der Veranstaltung gab es einen Festgottesdienst und sonntags und montags einen abendlichen Festball. Neben dem eigentlichen Festzelt baute man ein 2. Zelt auf, in dem sich die Geschäftsleute mit eindrucksvollen Ausstellungen präsentieren konnten (s. Bilder der Ausstellungen der Firmen Dörner, Hottenbacher und Zünder). Schaubuden, Karussels, Vorführungen von Gauklern, Akrobaten und Zauberern vervollständigten das Angebot des Festes, zu dem sich jährlich Tausende von Besuchern einfanden.

Der erste Vorstand des Erntevereins Ahe bestand 1929 aus folgenden Personen:Blum, Josef, Harth
Bröhl, Robert, Kammerich
Happ, Johann, Kammerich
Happ, Wilhelm, Thal
Hohn, Johann, Ahe
Kreutzer,Wilhelm,  Ahe
Krumbach, Josef, Herrenbröl
Ludwig, Wilhelm, Ahe
Olbertz, Wilhelm, Oberlückerath
Schmitz, Josef, Harth
Schorn, Wilhelm, Ruppichteroth
Wirths, Wilhelm,  Kammerich

Der letzte Vorsitzende im  Jahr 1954 war Josef Ludwig aus Ahe.

Über die Gründe für die Gründung des Erntevereins Ahe informiert uns in beeindruckenden Worten die Festschrift von 1950:

Wegen des Ausbruchs des 2. Weltkrieges musste das Erntefest zwischen 1939 und 1948 ausfallen. Es wurde dann noch bis 1953 durchgeführt. 1954 wurde der Verein, der in manchen Jahren  bis zu 200 zahlende Mitglieder hatte,aufgelöst. Der zunehmende Verkehr auf der Brölstraße  und die daraus resultierenden behördlichen Vorschriften hatten es zunehmend schwerer gemacht, die Veranstaltung durchzuführen. Obwohl der Verein 1954 noch  70 Mitglieder hatte, fanden sich nicht mehr genügend  Personen , die bereit  oder in der Lage waren, die für eine solche Großveranstaltung notwendigen Vorbereitungen und Arbeiten zu übernehmen.
Und so verlor die  Gemeinde Ruppichteroth in diesem Jahr neben den Großveranstaltungen des damaligen MSC Schönenberg (Bericht folgt in Kürze auf diesen Seiten) eine weitere Veranstaltung, die Tausende von Menschen auch von außerhalb  anzog und den Namen Ruppichteroth über seine Grenzen bekannt machte.

Quelle:
 „Festschrift zum Erntedankfest 1950 in Ahe Bröltal“ (eingereicht von Wolfgang Steimel. Vielen Dank für die Überlassung).
Herbert Hohn, "Ernteverein Ahe Bröltal" in „Ruppichteroth im Spiegel der Zeit“, Hrsg. Harry Hendriks,  Band III , 1988, S. 262 – 264