Die Familie Menzel - oder wie man mit Sack und Pack nach Spanien auswandert

Bevor ich über unsere Auswanderung nach Spanien an die Costa Blanca berichte, möchte ich mich erst einmal vorstellen und ein bisschen über die Beziehung unserer Familie zu Ruppichteroth erzählen.

Ich heiße Sylvia Klinzmann, geborene Menzel und bin 49 Jahre alt.

Die ersten 21 Jahre meines Lebens habe ich in Ruppichteroth verbracht, und zwar in der Huppach.
Die ersten Mitglieder unserer Familie kamen nach ihrer Flucht aus Schlesien und vorübergehendem Aufenthalt im fränkischen Coburg ca. 1947 in die Perle des Bröltals: Reinhold Menzel, seine Frau Helene (Lenchen), die beiden Söhne Dieter und Peter und zudem noch Helenes Mutter, Emma Scholz.
Reinhold arbeitet als Prokurist bei der Firma Gebrüder Willach, sein Sohn Dieter ging dort in die Lehre. Dieter heiratete 1962 Nora Priebs aus Velken.
Reinhold Menzel war Mitbegründer des evangelischen Kirchenchors.
Mein Vater, Peter Menzel, machte eine Ausbildung bei der Post und arbeitete später bis zu seiner Auswanderung auf dem Postamt in Ruppichteroth. Er heiratete 1962 Sigrid Preussing aus Harscheid. Die beiden zogen nach ihrer Hochzeit in den Köttinger Weg, gegenüber der Gärtnerei Vieten.

Die Familie Menzel in Ruppichteroth

Reinhold und Helene M. mit Söhnen Dieter und Peter.
Das Haus in der Huppach.

Peter M. als Spieler und Trainer beim SVR

Peter M. als Spieler beim SVR
Peter M. als Trainer beim SVR

Meine Kindheit und Jugend in Ruppichteroth

1965 wurde meine Wenigkeit geboren. 1968 zogen wir zusammen mit Reinhold und Helene in das neugebaute Haus in der Huppach. Leider verstarb Reinhold bereits im darauffolgenden Jahr.

 
Mein Vater Peter war seit frühster Jugend dem Fußball verschrieben. Er spielte selbst für den SV Ruppichteroth, war jahrelang im Vorstand des Vereins tätig und trainierte später mehrere Jugendmannschaften, mit denen er so manchen Pokal holte.

Ich selbst besuchte zunächst die Grundschule in Ruppichteroth, später dann das Bodelschwingh Gymnasium in Herchen, wo ich 1984 das Abitur machte. (Einer meiner Lehrer war übrigens Klaus Steglich, der, soweit ich weiß, noch heute in Herchen tätig ist.)
Danach folgte meine Ausbildung zur Reiseverkehrsfrau in Siegburg.
Während meiner Zeit in Ruppichteroth war ich Mitglied im Turnverein, im Tennisverein, bei den Minifunken des Kolpingvereins, die später zu den Blue Girls wurden und spielte Akkordeon im Musikverein von Erich Schreiber.
Ich habe sehr gute Erinnerungen an meine Kindheit in Ruppichteroth
, meine wichtigsten Wegbegleiter waren Ulrich Stommel, Roswitha Müller, Dirk Brüggemann und Frank Seuthe (der leider bereits verstorben ist).

Hochzeit und Auswanderung

1981 kam ich mit meinem jetzigen Mann Frank Klinzmann zusammen, den ich bereits seit vielen Jahren durch Urlaube in Italien kannte (ja, richtig – es war eine Urlaubsliebe, die bis heute andauert), 1987 heirateten wir. Für mich und meinen Mann stand schon bald fest, dass wir unser weiteres Leben nicht in Deutschland verbringen wollten. Zur Auswahl standen Italien (Frank ist halber Italiener) oder Spanien, dort, wo meine Eltern seit 1985 ein Ferienhaus besaßen. Da mein Vater auf Grund seiner Bandscheibenprobleme in Frührente ging und fortan in der Wärme Spaniens leben wollte, beschlossen Frank und ich, unser Glück ebenfalls dort zu versuchen und zwar in Moraira, einem kleinen verträumten Küstenort, ca. 80 km nördlich von Alicante.
Wenn schon auswandern, dann ohne wenn und aber, dachten wir uns damals. Meine Eltern verkauften unser Familienhaus in der Huppach und los ging es, in Richtung Spanien, Hund und Oma Lenchen inklusive.

Ankunft in Spanien. Sylvia und Oma Lenchen.
Unsere neue Heimat: die Moraira-Bucht

Unsere neue Heimat: Moraira in Spanien

Während meine Oma (sie starb 1990 in Moraira) und meine Eltern ihren Lebensabend am Meer genossen, peppten Frank und ich einen Imbiss zu einem kleinem schnuckeligen Restaurant auf, das direkt am Meer lag. Sieben Jahre lang beköstigten wir unsere Kunden mit Schnitzelgerichten, die wir in gusseisernen Pfannen servierten. Mit Unterstützung meiner Eltern, die einsprangen, wenn Not am Mann war und Berge von „Erdäppeln“ für unseren Kartoffelsalat schnibbelten, hatten wir den Imbiss schon bald in ein gut funktionierendes Restaurant mit vielen Stammkunden verwandelt.
Nachdem 1991 unser Sohn Daniel geboren wurde, erkannten wir schnell, dass Gastronomie und Familienleben so gut wie gar nicht zusammen passten. Wir entschieden uns, das Restaurant zu verkaufen und eröffneten eine Autovermietung, die ebenfalls sehr erfolgreich funktionierte.
1995 wurde unsere Tochter Christina geboren. Beide Kinder besuchten eine spanische Schule und haben den Vorteil, zweisprachig aufgewachsen zu sein.
2010 verkauften wir die Autovermietung. Seither hat mein Mann sein Hobby zum Beruf gemacht, zusammen mit unserem Sohn arbeitet er in der Harley Davidson Motorrad Szene. Ich selbst habe mir ebenfalls einen Traum erfüllt, ich schreibe neben meinem Job in der Touristikbranche Romane. 2013 wurde mein erster historischer Roman „Die Stickerin von Sevilla“ im AAVAA Verlag, Berlin veröffentlicht. Im April 2015 erscheint mein Krimi „Das Möwenhaus“, der in unserer Gegend spielt.Mehr Infos gibt es auf meiner Homepage: www.sylvia-klinzmann.com oder auf meiner Facebook-Autorenseite (SylviaKlinzmann Autorin)

Sylvia mit ihrem ersten Roman.
Sylvia und Familie.
Peter und Sigrid Menzel.

Obwohl es hier in Spanien nicht immer einfach war und wir mit einigen Problemen zu kämpfen hatten, haben wir es bis zum heutigen Tag nicht bereut, den großen Schritt der Auswanderung gewagt zu haben. Wir genießen es, jeden Tag dort zu leben, wo andere ihren Urlaub verbringen.  
Über E-Mail Post aus der alten Heimat würden wir uns natürlich freuen.
Kontakt: s.klinzmann@remove-this.gmail.com