Geschichten aus dem Bröltal – Kinder spielen

Aus den Memoiren von Hans Ottersbach, Schönenberg

Zwischenzeitlich hatte ich auch Laufen gelernt, und so konnte ich mich selber fort bewegen und mit den anderen Kindern spielen. Platz genug hatten wir ja und Sandhaufen gab es auch genug. Wenn Sand zum Mauern oder Verputzen gebraucht wurde, spannte man die Kühe oder das Pferd an, und holte sich Sand am Brölbach. Im Frühjahr und Herbst kam immer eine Flut und schwemmte an bestimmten Stellen des Baches den Sand an. So war bei jedem Haus ein Sandhaufen im Vorrat zum Gebrauch und für uns zum Spielen.

Dann gab es noch das Klickern. Da wurde irgendwo mit dem Absatz ein Loch gescharrt, jeder bekam ein paar Klicker (Murmeln), und die mussten mit dem Zeigefinger aus einer bestimmten Entfernung in dieses Loch befördert werden. Wer zuerst die meisten Klicker im Loch hatte, war der Sieger. Außerdem hatten wir noch Kästchenhüpfen, Seilspringen und Verstecken mit Anschlagen. Otten Lina, ihre Schwester Emma und Mertens Emma nahmen mich öfter zum Spazieren mit. Anscheinend war ich doch ein braver Junge. Das hat Tante Lenchen aus dem Geschäft auch immer gesagt.

Zum Spielen waren Heusers Willi, Hohns Ziska, Blasius Änni und Röhrigs Änni da. Es gab so viele Ecken und Plätze im Dorf, so dass wir keine Langeweile hatten. Wir sahen manchmal auch dementsprechend aus: voller Dreck. Ab und zu ist auch schon mal einer in die Jauchepfützen gefallen. Dann gab es zu Hause was hinten drauf.

(Fortsetzung folgt)