Das Künstlerehepaar Ernst (1902 – 1993) und Elsa Pensberg (1911 – 1981)

Schicken Sie mir Ihre Bilder von, Erlebnisse mit oder Kommentare zu dem Künstlerehepaar Pensberg.

Ernst Pensberg:

Töpfer – Maler – Visionär – Selbstbezeichnung (lt. Jürgen Röhrig): „Universalfachmann – Töpfer – Instrumentenbauer  – Forscher – Astrologe“ – Wünschelrutengänger

Elsa Pensberg, geb. Wendland:

Malerin, Töpferin 

Klicken Sie auf die Bilder, wenn Sie diese in größerer Ansicht sehen möchten.

Bild Heinz Warm. Zu diesem Bild schreibt Heinz Warm, der Ernst Pensberg über viele Jahre kannte und zahlreiche Bilder von ihm gemacht hat: „Das vorliegende Bild beschreibt Ernst Pensberg bei bester Schaffenskraft in Bezug auf Gesichtsausdruck, Haltung, Kleidung und Frisur so gut, wie dies mit Worten kaum möglich ist".
Bild: Bettina Warm

 


 Ernst Pensberg
Bild: Bettina Feld. Vielen Dank für die Überlassung.

„Menschen des Jahrhunderts“ – „Universaltalent mit Visionen“

Unter diesen Überschriften veröffentlichte der Journalist Jürgen Röhrig 1999 einen Artikel über Ernst Pensberg, aus dem ich hier einige Passagen – mit freundlicher Genehmigung des Autors – zitieren möchte:
 „Ernst Pensberg war sicherlich der skurrilste Künstler im Land an Rhein und Sieg. …Der Mann mit wallender Mähne und Rauschebart, der meist im grauen Arbeitskittel auftrat, hatte nie an einer Akademie studiert und wäre auch sicherlich nicht gerne offiziell als Lehrer mit Dienstpflichten aufgetreten.So wie er zeit seines Lebens autodidaktisch lernte, half Pensberg anderen, jüngeren Menschen, ihre Begeisterung zu entwickeln fürs Gestalten, frei von Vorschriften und ohne Rücksicht auf das, was die jeweilige Mode gerade verlangte. Dass er sich selbst dabei manches Mal künstlerisch ins Abseits manövrierte und sich beschränken musste, war die Kehrseite des extremen Eigenwillens. …In den Fünfziger Jahren gehörte er der Rheinisch-Bergischen Künstlergruppe um Carlo Mense an, bei der es ihn  jedoch nicht hielt. Seine surrealistisch-phantastischen Bilder aus diesen Jahren zeigen einen Hang zur Esoterik, zum Mystischen und verweisen auf Pensbergs Faible für die Astrologie. … Auf einem Bild stellte er damals die Welt in Chaos und Zerstörung dar, mit Andeutungen einer besserene Zukunft am Horizont.
Kreativ war der Lebenskünstler vor allem bei seinen Forschungen auf dem Feld der Keramik. Eigenhändig und im wörtlichen Sinne grub er Ton und Glasurmineralien aus dem ergiebigen Boden des Schönenberger Beckens und experimentierte damit. Pensberg baute Feldbrandöfen und entwickelte vergessene Techniken neu. …. „

 Quelle:Jürgen Röhrig, Kölner Stadt-Anzeiger, 23./24.10.1999
 

Stationen  ihres Lebens

Ernst Pensberg   

Elsa Pensberg,   geb. Wendland

5.10.1902 – 1.11.1993 ,geb. in Harp (Bochum)                  

 10.7.1911 – 8.3.1981, geb. In Mondelingen bei Metz (Lothringen)

Schon mit 12 oder 13 Jahren fuhr er als Schiffsjunge mit Segelschiffen nach Island

Nach 1918 wohnhaft in Witten/Ruhr
1925 – 1928: Ausbildung zur Verkäuferin in einem Kunstgewerbegeschäft
1929 – 1932: Besuch der Kunstgewerbeschule in Dortmund, Ausbildung zur Plakatmalerin und Dekorateurin
Ab 1932 Partnerschaft mit dem Maler Erns t Pensberg

             1941: Heirat Ernst und Elsa Pensberg, geb. Wendland.

1941: Ernst Pensberg wurde zur Marine eingezogen

Elsa Pensberg liebte die Malerei, kam aber nur selten zum Malen, da sie durch die Mithilfe in der Landwirtschaft und in der Gaststätte der Schwiegereltern für den Lebensunterhalt sorgen musste.

1943: Geburt der Tochter Gisela

           
Nach Kriegsende zogen Ernst und Elsa mit den Eltern Pensberg aus dem Ruhrgebiet nach Hoffnungsthal ins Homburger Bröltal, wo diese einen Bauernhof übernahmen.
Nach der Rückkehr von Ernst P. aus der Gefangenschaft hatte Elsa eine aktive Schaffensphase. Es entstanden kleine Bilder, die vor allem Fische und Madonnen zeigten. Ein Kunsthändler in Köln verkaufte recht erfolgreich diese Bilder (nur 3 Bilder sind heute noch im Besitz der Tochter, s. Fotos auf dieser Webseite) 
Nach dem Wegfall der Landwirtschaft (Tod des Großvaters Pensberg ??) baute Ernst Pensberg eigenhändig ein Haus, da die finanziellen Mittel sehr gering waren. Die Familie wurde vom Grafen v. Nesselrode unterstützt (u.a. auch durch Aufträge für Bilder). Das Grundstück erhielt er vom Grafen v. Nesselrode in Erbpacht. Als Grund für diese Wahl erklärte er einmal:“Da war ein Platz mit dem besten Feng-shui“ (uralte chinessiche Harmonielehre); Pensberg wählte die karge Stelle nahe Tüschenhohn (bei Bröleck). Drei klare Wasser fließen dort zusammen: die Homburger Bröl von Norden, die Waldbröler Bröl vom Osten und der Steinsche Bach von Süden.
Die Familie war Selbstversorger. Sie hatten einen großen Garten und Tiere. Elsa kam kaum noch zum Malen. Ernst arbeitet gelegentlich als Schreiner und als Schmied.
Erst ab Mitte der 50er Jahre, als Ernst Pensberg mit dem Töpfern begann, wurde die finanzielle Lage langsam aber  kontinuierlich besser.

Bis ins hohe Alter von weit über 80 Jahren malte und töpferte Ernst Pensberg. Als er Anfang der 90er Jahre aufgefordert wurde, auf seinem Grundstück ein Abwassersystem zu errichten und man seine von ihm errichtete Mauer mit dem Bagger abbrach, zerstörte man damit wohl auch einen Teil seiner Welt. Er war mit diesen modernen Vorgehensweisen einfach überfordert und verbrachte seine letzten Jahre im Altersheim in Broscheid, wo er am 1.11.1993 verstarb oder wie sein Freund Franz Wenisch es formulierte „in eine seiner Welten“ einging.

Elsa Pensberg kam – auch auf Grund ihres immer schlechter werdenden Gesundheitszustandes - nicht mehr zu einer künstlerischen Tätigkeit.
In ihren letzten Jahren fertigte sie noch in der Töpferei sehr schöne Wandplatten (Tierkreiszeichen).
Elsa Pensberg-Wendland starb am 8.3.1981 im Alter von 70 Jahren.

 
Ernst Pensberg vor seinem von ihm selbst gebauten Haus.
Bild: Bettina Feld. Vielen Dank für die Überlassung.
 
Elsa Pensberg
Bild: Bettina Feld. Vielen Dank für die Überlassung.
 
Ernst Pensberg vor seinem Haus.
Bild: Bettina Feld. Vielen Dank für die Überlassung.