Bilderbuch Ruppichteroth

Faktencheck 3: Der Ablauf der Brandstiftung vom 10.11.1938

Wie schon an anderer Stelle erwähnt, gibt es für nur wenige Ereignisse in Ruppichteroth aus der Zeit des 3. Reiches so detaillierte Beschreibungen wie für den Ablauf des Synagogenbrandes vom 10.11.1938. Dass an diesem Tage etwas Außergewöhnliches passiert war, geht schon aus der Tatsache hervor, dass Ortspolizist Laddach noch am selben Tag (10.11.38) einen ausführlichen Bericht schrieb, dessen Eingang  Bürgermeister Manner am 11. NOV. 1938 und der  „Landrat zu Siegburg" am 12. NOV. 1938 bescheinigten:


Auf der Tafel an der Synagoge finden wir zum Ablauf der Brandstiftung folgende Aussage:


Der tatsächliche Ablauf auf Basis der vorliegenden Dokumente:

Im Schreiben vom 10.11.1938 berichtet der Ortpolizist „Gend.-Meister u. Amtsführer" Laddach an den „Herrn Landrat durch d. Hand des Herrn Bürgermeister":
„Heute früh brach in der Synagoge ein Feuer aus. ... Ich selbst stellte fest, dass die Synagoge vorsätzlich in Brand gesteckt wurde, die vorher mit einem Nachschlüssel geöffnet wurde."
Weiter schreibt Herr Laddach:

Auch diese Aussage auf der Tafel an der Synagoge („Oberbergische SS-Leute hatten Feuer im Dachstuhl gelegt") passt also nicht zu den historischen Dokumenten, sie ist schlicht falsch. Das Feuer war im Innenraum gelegt worden und NICHT IM DACHSTUHL.
Warum dies trotz vorliegender Dokumente so geschrieben wurde, soll nicht Gegenstand dieser Betrachtung sein.

Um gleich dem Einwand zu begegnen, dass es doch egal sei, ob die Synagoge im Dachstuhl oder im Erdgeschoss in Brand gesteckt wurde, möchte ich hier anfügen, dass dies von der Sache her richtig ist, weil das Ziel der Nazis in jedem Falle das Gleiche gewesen war, nämlich die Vernichtung der Synagoge.

Andererseits möchte ich zu bedenken geben, dass jede inhaltliche Auseinandersetzung  mit dem auch heute noch sensiblen Thema der jüdischen Geschichte als Grundvoraussetzung die richtigen Fakten zugrunde legen MUSS, insbesondere wenn sie wie im hier besprochenen Fall leicht abrufbar und überprüfbar sind. Geschichtliche Darstellungen zu diesem Thema werden unglaubwürdig, wenn Fakten ignoriert werden.
Fake News auf einer offiziellen Tafel zum Thema "Jüdische Geschichte in Ruppichteroth" GEHT GAR NICHT.

 

Reihe wird fortgesetzt.