Fam. Hermann Gärtner

Hermann Gärtner war ein in Ruppichterother geborener jüdischer Bürger, der im 1. Weltkrieg für Deutschland kämpfte und im 2. Weltkrieg von den Nazis ermordet wurde.
Bis 1932 wohnte er am heutigen Kreisel (Platz der Synagoge) und betrieb dort die „Rind- und Schweinemetzgerei Gärtner" (später Metzgerei Berghaus > Kaltenbach) 

Daniela Tobias aus Solingen, eine angeheiratete Verwandte der Familie, hat auf ihrer Internetseite (https://tobiasherz.de/) ausführliche Recherchen auch über die Familie Hermann Gärtner veröffentlicht. U.a. schreibt  sie: „An Hermann Gärtner ist offenbar ein frühes Exempel statuiert worden. Dass in Marburg Juden von Nazis misshandelt worden seien, hatte er Ende März 1933 bei der Beerdigung von Leopold David in Hamm an der Sieg gehört. Ein paar Tage später, am 1. April, war Hermann Gärtner durch den Judenboykott, der auch sein Geschäft betraf, derart aufgebracht, dass er sich im Laufe des Vormittags entgegen jeder Gewohnheit betrank und dann am Mittag mit einem Nachbarn ins Gespräch kam, dem er von den misshandelten Juden erzählte. Gärtner konnte sich später nicht einmal mehr an diese Begegnung erinnern. Trotzdem wird er wegen der Aussage des Nachbarn zu einer mehrmonatigen Haftstrafe verurteilt, die er bis auf den letzten Tag verbüßen musste." 
Hier finden Sie die ausführliche Geschichte der Familie Hermann Gärtner.