Gedichte von August Hartmann

Der Erntezug Ahe - Bröltal 1931 (Original in Sütterlin)

Der Erntezug Ahe - Bröltal 1931

Was lenkt dort und schimmert ins Tal für

für Gestampfe, Hufschlag wie Reiterei

an der Spitze geht ein stattliches Roß

auf dem ein Herold, dann folgt der Troß,

eine bunte festlich geschmückte Schar,

es ist der Erntezug vom Dörfchen Ah'.

 

Laut künden die Täler den Echoschall,

Musikgeschmetter und Trommelklang.

Böller donnern des Tages Begehn (Beginn)

das Ernetefestbanner soll heute wehn,

und festlich geschmückt ist Straße und Ort,

dem Feste Heil - Dank unserm Gott.

 

Der Festzug naht und welche Pracht

hat kunstvoll Menschenhand gemacht.

Hat doch das Bröltal ohne Fehl

kein schöneres Bild bis jetzt gesehn.

Es muß verstummen Mißgunst und Neid

für Opfersinn und Einigkeit.

 

Auf schönen Pferden die Jugendkraft,

die jungen Männer der Landwirtschaft,

mit weißen Hosen und Erntehut,

reiten sie schneidig das feurige Blut.

Mit Blumen geschmückt ist Roß und Mann,

die Spitze im Zuge, sie reiten voran.

 

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Der Erntezug. Der 1. Reiter ist der im Gedicht erwähnte Herold (Meldereiter), hier: Johann Hohn.
Ein aufwändig geschmückter Erntewagen.
Erntefest in Ahe. Wir sehen hier die im Gedicht erwähnten „jungen Männer der Landwirtschaft, mit weißen Hosen und Erntehut". Im Hintergrund der Wagen des Erntepaares Johann Hohn senior aus Ahe. Im Vordergrund die Schnitter,von links nach rechts:Wilhelm Lindenberg, Johann Happ sen.,Martin Schmitt, Hubert Honscheid, Josef Gräf, Peter Holzmenger,Karl Wirths, Karl Honscheid, Wilhelm Schiefen, Peter Blum,Willi Manz, Willi Wolter. Alle Bilder: Archiv Wolfgang Eilmes.

Infos zum Erntefest in Ahe:

Von 1929 - 1954 fand in Ahe eines der größten Feste im Bröltal statt: Das Erntefest Ahe. Das Gedicht beschreibt den sonntäglichen Erntezug.

Der Ernteverein Ahe-Bröltal wurde von den Landwirten im Bröltal im Jahre 1929 gegründet. Aufgrund seiner verkehrsmäßig günstigen Lage an der Brölstraße wählte man den Ort Ahe als Veranstaltungsort für das jährliche Erntefest aus. Dieser Ort war für  die Tausende von Besucher leicht zu erreichen, hatte mit den beiden Wiesen neben dem Kammericher Weg an der Bröl 2 große ebene Grundstücke für das  Festgelände mit 2 Zelten und ermöglichte einen Festzug in 2 Richtungen (sonntags bis nach Velken und zurück, montags bis nach Hänscheid und zurück) ohne die Notwendigkeit der Überwindung großer Höhenunterschiede.

Neben dem Festzug mit dem Erntepaar und vielen teilnehmenden Gruppen als Höhepunkt der Veranstaltung gab es einen Festgottesdienst und sonntags und montags einen abendlichen Festball. Neben dem eigentlichen Festzelt baute man ein 2. Zelt auf, in dem sich die Geschäftsleute mit eindrucksvollen Ausstellungen präsentieren konnten (s. Bilder der Ausstellungen der Firmen Dörner, Hottenbacher und Zünder). Schaubuden, Karussels, Vorführungen von Gauklern, Akrobaten und Zauberern vervollständigten das Angebot des Festes, zu dem sich jährlich Tausende von Besuchern einfanden.

Eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Erntevereins Ahe mit zahlreichen Bildern und Dokumenten finden Sie hier im bilderbuch-ruppichteroth.de unter dem Ort Ahe